Donnerstag, 15. September 2016

Heuschrecken über der Lausitz

 

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Lieber Manfred Paukstadt,

 
Vorwürfe wegen Korruption, eine intransparente Firmenstruktur und anonyme Offshore-Gesellschaften als Finanziers: In einem Schwarzbuch hat Greenpeace vergangene Woche unappetitliche Details über den tschechischen Finanzinvestor EPH veröffentlicht. Ausgerechnet dieses Unternehmen soll demnächst Vattenfalls Braunkohlesparte übernehmen – samt aller Verpflichtungen.

Das Zeitalter der Braunkohle geht zu Ende. Der Klimaschutz verbietet die schmutzige Kohle, die Energiewende macht sie überflüssig. Trotzdem glauben die Tschechen, in der Lausitz weiter Profit machen zu können. Sie spekulieren auf eine Renaissance des Klimakillers Kohle und darauf, dass Deutschland seine Klimaziele aufgibt.

Fordern Sie die zuständigen Landesregierungen auf, den Vattenfall-Verkauf noch zu stoppen!
 
 
Abgebrühter Investor trifft auf blauäugige Politiker
 
Spätestens seit der Pariser Klimakonferenz ist klar: Braunkohlekraftwerke müssen in den nächsten zehn bis 15 Jahren vom Netz gehen. Statt langfristig Kohle abzubaggern und in den Kraftwerken zu verbrennen, müsste EPH dann weit früher als der Konzern derzeit plant die aufwändige Rekultivierung der riesigen Kohlegruben organisieren. Das Geld dafür fehlt dem hochverschuldeten Konzern. Das ZDF-Politmagazin „Frontal 21“ ist der Frage nachgegangen, ob EPH ausreichende Finanzreserven vorhalten kann und will. Das Urteil fällt für den Konzern vernichtend aus.

EPH hat auf die Kritik auf seine eigene Art reagiert und eine auf Krisenkommunikation spezialisierte PR-Agentur angeheuert. Doch statt die drängenden Fragen zu beantworten, verdreht die Agentur Fakten und weicht Vorwürfen aus.

In der Lausitz trifft ein abgebrühter Investor auf blauäugige Politiker. Es ist fahrlässig und naiv von den Landesregierungen in Sachsen und Brandenburg, von EPH keine Sicherheitsauflagen zu verlangen, damit letztlich nicht die Steuerzahler die Kosten für den Rückbau und die Rekultivierung des Lausitzer Braunkohlegeschäfts tragen müssen. Stattdessen erklärte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidtke, das größte Risiko für Sanierung und Rekultivierung sei "ein schneller Ausstieg aus der Braunkohle.“ Woidtke setzt auf ein absurdes Schneeballsystem: Um die Bergbauschäden zu beheben, sollen mit neuen Tagebauen erst noch größere Schäden angerichtet werden.
 
 
3. November 2015: 100 Greenpeace-Aktivisten protestieren auf dem Gelände des Kohlekraftwerks Deuben und fordern die Bundesregierung zum Kohleausstieg aus. Das von der EPH-Tochter MIBRAG betriebene Kraftwerk ist das älteste Kohlekraftwerk Deutschlands.
 
Jetzt sozialverträglichen Stukturwandel sicherstellen
 
Der sozialverträgliche Ausstieg aus der Kohle muss jetzt eingeleitet werden. Hier sind die Ministerpräsidenten aus Brandenburg und Sachsen gefragt: Statt den Bergleuten eine langfristige Perspektive für ihre Jobs vorzugaukeln, müssen sie einen konkreten Fahrplan für die unvermeidlichen Strukturveränderungen entwickeln. Und sie müssen EPH an die Verantwortung erinnern, als Vattenfall-Nachfolger alle Umweltfolgen des Braunkohleabbaus rückstandslos zu beseitigen.

Unterstützen Sie uns! Informieren Sie Freunde, Familie und Bekannte über unsere Protestmail an die verantwortlichen Ministerpräsidenten Dietmar Woidke und Stanislaw Tillich! Brandenburg und Sachsen müssen sicherstellen, dass es zu einer klima- und sozialverträglichen Weitergabe des Lausitzer Gruben und Kraftwerke kommt.
 
Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
Herzliche Grüße aus Hamburg

Karsten Smid
Experte für Klimaschutz
Greenpeace e.V.

 
 

 


     

 
 
© Axel Kirchhof / Greenpeace
 
Karsten Smid
Experte für Klimaschutz
Greenpeace e.V.
 
 
 

 

 

 

 
 
 

 
 
 

 





 





 

 

 
 
     

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