Mittwoch, 7. September 2016

Entwicklung von Ökologie und Naturschutz

BfN Pressemitteilung

Bonn, 07. September 2016: Als der deutsche Zoologe Ernst Haeckel im Jahr
1866 den Begriff "Ökologie" prägte, begründete er eine neue Wissenschaft.
Dies nimmt die Fachzeitschrift "Natur und Landschaft" zum Anlass, 150
Jahre später auf die Geschichte der Ökologie zurückzublicken. Insgesamt
zwölf Beiträge behandeln die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen
Ökologie und Naturschutz.

Seit über 100 Jahren gibt es eine sich wechselseitig befruchtende
Entwicklung von Ökologie und Naturschutz. Dabei hat die Ökologie wichtige
naturwissenschaftliche Grundlagen für den Naturschutz geschaffen.
Umgekehrt haben praktische Erfahrungen und Probleme des Arten-, Biotop-
und Landschaftsschutzes immer wieder ökologische Forschungen angeregt.
"Es war und ist eine fruchtbare Zusammenarbeit, die künftig fortgeführt
und intensiviert werden muss. Dies gilt beispielsweise für ökologische
Forschung zu Ökosystemleistungen, einem Konzept, das primär im Bereich
der Sozioökonomie entwickelt wurde und dessen wissenschaftliche
Untersetzung wichtig ist, um es bei Entscheidungen im Naturschutz zu
nutzen", erklärt Prof. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für
Naturschutz (BfN).

Das Schwerpunktheft (Doppelheft 9/10-2016) gibt einen Überblick, wie die
Ökologie als eine neue und moderne Naturwissenschaft den Naturschutz mehr
und mehr prägte. Zwei Fragen stehen dabei im Zentrum: Welche Einflüsse
hatten die neuen naturwissenschaftlichen Konzepte und Erkenntnisse der
Ökologie auf Theorie und Praxis des Naturschutzes? Und umgekehrt: Welche
Impulse ergaben sich aus der Naturschutzpraxis für die Entwicklung der
Ökologie als Wissenschaft?

Die Ökologie ist in den letzten 150 Jahren eine eigenständige
Naturwissenschaft geworden. Sie kann Ziele des Naturschutzes mit Fakten
untermauern, diese Ziele aber nicht politisch legitimieren. Der Begriff
hat jedoch über die Wissenschaft hinaus Eingang in viele Bereiche der
Gesellschaft und Politik gefunden, weshalb es wichtig ist, zwischen
Ökologie als Wissenschaft und Ökologie als Weltanschauung zu
unterscheiden. Heute trägt die wissenschaftliche Ökologie mit ihren
Forschungsergebnissen dazu bei, drängende gesellschaftliche Probleme zu
lösen - etwa in den Bereichen der Nachhaltigkeit, des Klimawandels und
der Ernährungssicherung. "Ein gutes Beispiel für das Zusammenwirken von
Ökologie und Naturschutz ist der Aufbau eines länderübergreifenden
Biotopverbunds. Wissenschaftliche Grundlagen für die Planung der Größe
und Lage von Korridoren und Trittsteinen des Biotopverbunds liefert die
Ökologie", erläutert die BfN-Präsidentin.

Die Wurzeln der Ökologie lagen in der Naturgeschichte des 18.
Jahrhunderts. Die Ökologie entstand aus dem neuen Ansatz heraus, die
wechselseitigen Beziehungen der Organismen untereinander und zur
unbelebten Umwelt zu erforschen. Weitere Meilensteine waren später die
Einführung der Begriffe "Biozönose", "Biotop" und "Ökosystem".

Die gemeinsame Entwicklung von Ökologie und Naturschutz behandeln unter
anderem Beiträge zur Ökosystemforschung und zur Ökologisierung des Arten-
und Biotopschutzes. Weiterhin werden Einflüsse von Ökologie und
Naturschutz im Bereich der Agrar- und Forstwirtschaft dargestellt. Das
Heft schließt mit Beiträgen, die die vergleichsweise jungen Konzepte der
Ökosystemgesundheit, Ökosystemintegrität sowie der Ökosystemleistungen
kritisch würdigen.

Bezug
Hefte der Ausgabe 9/10-2016 können beim Verlag W. Kohlhammer GmbH,
Zeitschriftenauslieferung, 70549 Stuttgart, telefonisch (0711/78 63-72
80), per Fax (0711/78 63-84 30) oder per E-Mail
(vertrieb@kohlhammer.de) zu einem Preis von 16 € (Doppelheft mit 100
Seiten) zzgl. Versandkosten bestellt werden.
Einzelartikel aus diesem Heft können gegen eine geringe Gebühr (2,95
€/Artikel) von der Natur-und-Landschaft-Website
(https://www.natur-und-landschaft.de) als Screen-PDF-Datei
heruntergeladen werden. Für Abonnentinnen und Abonnenten ist der Zugang
zu den Screen-PDF-Dateien kostenfrei.

Diese Pressemitteilung finden Sie auch unter:
http://www.bfn.de/0401_pm.html?tx_ttnews%5Btt_news%5D=5886


Hrsg: Bundesamt für Naturschutz
Referat Presse/Öffentlichkeitsarbeit
Konstantinstraße 110
53179 Bonn
Fon: 0228/8491 - 4444
Fax: 0228/8491 - 1039
presse@bfn.de
www.bfn.de

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen