Dienstag, 17. Mai 2016

Glyphosat - Protestmail an Minister

 

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Lieber Manfred Paukstadt,

 
die Krebsforschungsagentur (IARC) der Weltgesundheitsorganisation hat das weltweit meistgenutzte Pestizid als wahrscheinlich krebserregend eingestuft: Glyphosat. Dennoch droht das vom Agrochemiekonzern Monsanto entwickelte Totalherbizid in der Europäischen Union weiterhin zugelassen zu bleiben. Der EU-Ministerrat entscheidet darüber womöglich schon Mittwoch oder Donnerstag. Daher müssen wir jetzt unsere Regierung in die Pflicht nehmen: Fordern Sie Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) auf, die Wiederzulassung von Glyphosat zu stoppen.
 
 
 

Wir fordern damit, das europäische Vorsorgeprinzip konsequent anzuwenden. Denn der Grundsatz, wonach ein Produkt nur zugelassen werden darf, wenn seine Unbedenklichkeit für Menschen, Tiere und Pflanzen nachgewiesen wurde, ist in Gefahr. Das Vorsorgeprinzip wird nicht nur in den TTIP-Verhandlungen zugunsten wirtschaftlicher Interessen aufs Spiel gesetzt, wie die von Greenpeace kürzlich öffentlich gemachten Dokumente belegen.

Der Fall Glyphosat zeigt, wie sehr das Vorsorgeprinzip bereits ohne TTIP unter dem Druck mächtiger Lobbygruppen steht: Während sich die Weltgesundheitsorganisation in ihrem Urteil ausschließlich auf öffentlich zugängliche Studien stützt, plant die EU-Kommission eine Glyphosat-Genehmigung, die wesentlich auf unveröffentlichten Studien der Industrie beruht.

Greenpeace fordert von der EU-Kommission, Glyphosat auf objektiver wissenschaftlicher Grundlage und somit nachvollziehbar neu zu bewerten. Frankreich hat bereits offiziell angekündigt, im EU-Ministerrat gegen das Agrargift zu stimmen. Um seiner Verantwortung für Umwelt und Verbraucher gerecht zu werden, muss auch der Bundeslandwirtschaftsminister klar Position beziehen: Nein zu Glyphosat!
 
 
 
Glyphosat auch in Wein und Traubensaft nachgewiesen
 
 
© Pierre Gleizes / Greenpeace
 
Wie weit das Gift in der Landwirtschaft verbreitet ist, zeigt sich in einer aktuellen Analyse. Greenpeace hat eine Stichprobe von Weinen und Traubensäften aus Supermärkten auf Glyphosat getestet: In 64 Prozent der getesteten konventionellen Produkte war Glyphosat nachweisbar.

Zwar lag die Glyphosat-Belastung in allen untersuchten Fällen unterhalb des Grenzwerts und der Alkoholgehalt des Weins stellt das größere Gesundheitsrisiko dar. Dennoch bestätigen die Testergebnisse die weite Verbreitung des Agrargiftes in Lebensmitteln. Unabhängige wissenschaftliche Studien bringen Glyphosat mit einer Vielzahl negativer Effekte auf die Gesundheit von Mensch und Tier sowie mit Gefahren für die Umwelt und die Artenvielfalt in Verbindung. Häufig handelt es sich hierbei um langfristige oder chronische Effekte. Glyphosat weiter einzusetzen bedeutet, Mensch und Umwelt einem unkalkulierbaren Risiko auszusetzen.

 
 
Mehrere Baumärkte nehmen Glyphosat aus dem Sortiment
 
 
Den Verkaufsschlager unter den Unkrautvernichtungsmitteln nutzt nicht nur die industrielle Landwirtschaft. Auch auf Balkonen und in Gärten kommt es massenhaft zum Einsatz, denn: Monsantos Gift ist frei verkäuflich. Immer noch.

Doch beim Privatgebrauch gibt es gute Nachrichten, seit die Weltgesundheitsorganisation Glyphosat als wahrscheinlich krebserregend eingestuft hat. Der Handel zeigt sich weniger beratungsresistent als die Politik und reagiert zumindest auf Verbraucherproteste. Die Mehrzahl der großen Baumärkte hat Glyphosat mittlerweile aus ihren Regalen verbannt.

Damit sind die Händler der Regierung einen Schritt voraus. Wenn der EU-Ministerrat kommende Woche zusammentritt muss Christian Schmidt endlich im Interesse von Bürgern und Umwelt aktiv werden und uns vor Gesundheitsrisiken schützen: Keine Wiederzulassung für Glyphosat.
 
 
 
Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung und
viele Grüße aus Hamburg

Dr. Dirk Zimmermann
Landwirtschaftsexperte
Greenpeace e.V.
 

     

 
 
© Roman Pawlowski / Greenpeace
 
Dr. Dirk Zimmermann
Landwirtschaftsexperte bei Greenpeace Deutschland
 
 
 

 

 

 

 
 
 

 
 

 





 





 

 
 
     

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