Freitag, 11. März 2016

Glyphosat-Zulassung vorerst gescheitert

 


 
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Glyphosat-Zulassung vorerst gescheitert
Vorgestern der Paukenschlag: Die Glyphosat-Zulassung ist in Brüssel vorerst gescheitert. Was für ein Erfolg gegen Monsanto! Doch im Mai steht die nächste Abstimmung an. Jetzt brauchen wir Ihre Hilfe, damit Agrarminister Schmidt im Mai Nein zu Glyphosat sagt.
Lesen Sie hier, was wir planen...

Lieber Manfred Paukstadt,
eigentlich schien die Zulassung von Glyphosat in der EU für weitere 15 Jahre eine ausgemachte Sache zu sein. Doch dann das: Vorgestern scheiterte die Zulassung des Ackergifts am Nein von Frankreich, Italien und den Niederlanden. Und an Deutschland: Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) verhinderte eine Zustimmung, für die sich Agrarminister Christian Schmidt (CSU) stark gemacht hatte. Damit fehlte in Brüssel die entscheidende Ja-Stimme. Welch ein grandioser Erfolg unserer Bewegung – und welch eine Niederlage für Monsanto!
Doch noch haben wir nicht gewonnen: Mitte Mai soll erneut über ein Verbot des Ackergifts abgestimmt werden. Das Votum von Deutschland dürfte wieder entscheidend sein – denn als bevölkerungsreichster EU-Staat hat unser Land ein besonders großes Stimmengewicht. Deshalb müssen wir bis Mai Schmidt und Hendricks dazu bringen, dass Deutschland sich zumindest wieder enthält – oder endlich klar Nein zu Glyphosat sagt.
Und deshalb gehen wir auf Aktionstour: Bei öffentlichen Auftritten von Schmidt und Hendricks sind wir mit vielen Campact-Aktiven aus der jeweiligen Region schon da – und fordern ein Glyphosat-Verbot. Mit dabei: 375.000 Unterschriften gegen das Ackergift und unser Monsanto-Monster – eine überdimensionale Spritzflasche.
Die Termine von Ministerinnen und Ministern wechseln häufig und sind oft nicht lange vorher bekannt. Daher werden wir häufig extrem kurzfristig Aktionen organisieren müssen. Das ist eine Herausforderung, der wir uns gerne stellen. Sie kostet aber einiges: Mit dem Transport unseres riesigen Monsanto-Monsters und der nötigen Logistik rechnen wir für jeden Tourstopp mit etwa 2.500 Euro. Bitte ermöglichen Sie unsere Aktionstour mit Ihrer Spende. Schon 10 Euro helfen eine Menge!
Dass die EU ihre Glyphosat-Entscheidung verschieben musste, ist ein riesiger Erfolg unserer wachsenden Bürgerbewegung! Gemeinsam mit unseren Bündnispartnern haben wir in den vergangenen Monaten viel gestemmt:
  • Im Sommer übergaben wir 6.700 Unterschriften von Ärztinnen und Ärzten beim Treffen von Agrarminister Schmidt mit seinen Länderkolleg/innen und bei einer Glyphosat-Anhörung im Bundestag. Gemeinsam warnten die Ärzte vor der Krebsgefahr des Ackergifts.
  • Im Herbst ließen 2.000 Menschen im Rahmen der Aktion „Urinale“ ihre Urinproben auf Glyphosat-Rückstände untersuchen, darunter 1.400 Campact-Aktive. Vergangenen Freitag veröffentlichte unser Partner Landwende die Ergebnisse – die ein großes und sogar internationales Medienecho auslösten. 99,6 Prozent der Proben wiesen Glyphosat-Rückstände auf.
  • Im Januar demonstrierten wir in Berlin mit 23.000 Menschen im Rahmen von „Wir haben es satt“ für eine bäuerliche und ökologischere Landwirtschaft ohne Pestizide.
  • Gemeinsam mit unserer europäischen Schwesterorganisation WeMove.EU haben wir Anfang der Woche unseren Protest nach Brüssel getragen. Kurz bevor die Ländervertreter dort entschieden, überreichte WeMove 185.000 Unterschriften aus ganz Europa – darunter viele von Campact-Aktiven.
Jetzt geht es weiter – mit doppeltem Einsatz. Parallel zu unserer Aktionstour wollen wir ein Video produzieren, das die Mängel bei der EU-Risikobewertung für Glyphosat leicht verständlich erklärt. Über unsere europäischen Partnerorganisationen aus dem OPEN-Netzwerk soll das Video dann in mehreren Sprachen vertrieben werden.
Auch die Gegenseite schläft nicht. Für Monsanto steht ein Milliarden-Umsatz auf dem Spiel – und das weltweit am häufigsten verkaufte Pestizid. Monsanto und die Agrochemie-Industrie werden ihre ganze Brüsseler Lobbymacht einsetzen, um im Mai doch noch eine Widerzulassung von Glyphosat durchzudrücken.
Doch wenn wir uns jetzt mit aller Kraft reinhängen, können wir es schaffen – und dafür brauchen wir Ihr Hilfe:
Mit freundlichen Grüßen
Gerald Neubauer, Campaigner
PS: Der aktuelle Spiegel berichtet über einen brisanten Verdacht: Will die EU-Kommission die Zulassung von Glyphosat durchdrücken, um die Verhandlungen um das TTIP-Handelsabkommen nicht zu gefährden? Das wäre ein Skandal – und ist nicht unplausibel. Doch wir können den Schuh auch umdrehen: Mit Ihrer Hilfe streiten wir für ein Glyphosat-Verbot – und schaffen so ein Hindernis für die TTIP-Verhandlungen!

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