Dienstag, 19. Januar 2016

Leben ist nicht patentierbar - Monsanto

 


Leben ist nicht patentierbar

 
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Monsanto, Bayer und andere Konzern-Giganten sichern sich Patente auf unsere Lebensmittel. Die Folgen sind gravierend: Sortensterben, Monopole und Verarmung der Bauern trotz steigender Preise. Fordern Sie von Justizminister Maas, diesen Irrweg zu verlassen.

Lieber Manfred Paukstadt,
Sie denken, die Tomate in Ihrem Salat gehört Ihnen? Sie irren. Und wenn Sie glauben, der Preis für Ihr Gemüse entsteht auf einem „freien Markt“ – Sie täuschen sich. Und sollten Sie annehmen, Leben sei nicht patentierbar – dann liegen Sie falsch. 
Denn Fakt ist: Immer öfter gibt das Europäische Patentamt multinationalen Konzernen das volle Nutzungsrecht an natürlich gezüchteten Lebensmitteln. Es entsteht ein Monopol über unsere Ernährung. Mehr als 120 natürliche Lebensmittel sind schon patentiert – 1.000 Anträge warten auf die Erteilung. Sie wurden gestellt von globalen Konzern-Riesen wie Monsanto, Bayer oder Syngenta. Es ist höchste Zeit, dazwischen zu gehen!
Zwar hat sich die Bundesregierung festgelegt, Patente auf Leben zu verhindern – doch sie handelt einfach nicht. Mit einem eindringlichen Appell wollen wir den zuständigen Verbraucherschutzminister Heiko Maas dazu bringen, dem Versprechen endlich Taten folgen zu lassen. Maas kann im Verwaltungsrat der Europäischen Patentorganisation den Lauf der Dinge ändern. Wir müssen zeigen: Das Thema liegt den Bürgerinnen und Bürgern am Herzen. Wir wollen nicht, dass Konzerne Leben patentieren können und wir den Preis zahlen.
Es eilt: Schon am Mittwoch droht das nächste Obst in die Hände von Monsanto zu fallen. Dann entscheidet das Amt, ob der Konzern die nächsten 20 Jahre das exklusive Recht an einer Melone bekommt. Zeigen Sie jetzt, dass Sie mit diesem Ausverkauf des Lebens nicht einverstanden sind – und fordern Sie von Heiko Maas den sofortigen Stopp dieser Praxis.
Die Sonderrechte für Konzerne haben schon jetzt verheerende Folgen: Bereits 95 Prozent des Gemüse-Saatguts werden von nur fünf Konzernen kontrolliert, überall auf der Welt können sich Menschen das teure, patentiere Saatgut nicht mehr leisten – sie hungern und verlieren ihre Lebensgrundlage. Unsere Nahrungsmittelvielfalt geht zurück und die Preise steigen.
Und dann noch ein Wort zum Europäischen Patentamt. Was wie eine seriöse Behörde klingt, ist in Wirklichkeit ein profit-orientiertes Unternehmen. Die Patentanträge bringen saftige Umsätze – mindestens 2 Milliarden Euro im Jahr.
Da ist es klar, dass weder das „Amt“ noch Monsanto & Co an der jetzigen Situation etwas ändern möchten. Sie werden sich wehren. Doch darauf sind wir gut vorbereitet: mit einem starken Bündnis aus Patentrechtsexperten, Bäuer/innen und Züchter/-innen. Damit der Appell auch europaweit Wirkung zeigt, unterstützt uns unsere europäische Schwesterorganisation WeMove.
Dass wir auch gegen mächtige Gegner gewinnen können, zeigt ein großer Erfolg aus der Vergangenheit: 2009 engagierten sich zehntausende Campact-Aktive gemeinsam für ein Verbot des Monsanto-Genmais MON810. Mit Studien, Aktionen und einem viel beachteten Appell konnten wir die Genmais-Debatte als Thema setzen. Was erst undenkbar erschien, wurde schließlich Wirklichkeit: Die damalige Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner gab dem Protest der Bürger/innen nach und erließ ein Anbauverbot für MON810.
Auch im Kampf gegen die Patente braucht es nun eine Bürgerbewegung. Nur so können wir unser Brot, Bier und Bananen vor den Konzernen schützen. Damit es wieder einen so großen Erfolg gibt, setzen wir auf Ihre Unterstützung. Unterzeichnen Sie bitte gleich, um Patente auf das Leben zu stoppen!
Mit freundlichen Grüßen
Ihre Lara Dovifat, Campaignerin
PS: Wussten Sie, dass der Konzern Syngenta ein Patent auf eine kernlose Paprika „als Frischprodukt, als frisch geschnittenes Produkt oder für die Verarbeitung wie zum Beispiel die Konservenindustrie“ hat? Denken Sie dran: Wenn Sie das nächste Mal Paprika schneiden, ist der Konzern vielleicht schon mit in Ihrer Küche.

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