Montag, 20. April 2015

BfN Pressemitteilung

BfN Pressemitteilung

Berlin/Bonn, 20.04.2015: Die wertvolle Natur- und Kulturlandschaft
zwischen Siebengebirge und Sieg soll erhalten und zum Teil renaturiert
und gepflegt werden. Das ist das Ziel eines Naturschutzgroßprojekts, das
der Bund bis 2025 mit 10,8 Mio. Euro fördert. Bundesumweltministerin
Barbara Hendricks übergab heute im Kloster Heisterbach den Förderbescheid
an den Rhein-Sieg-Kreis als Projektträger.

Hendricks: "Die Vulkanlandschaft des Siebengebirges zählt zu den
spektakulärsten Landschaften Deutschlands. Sie zeichnet sich aus durch
ein gelungenes Miteinander von Naturlandschaft und Kulturlandschaft. Wir
brauchen Landschaften wie das Siebengebirge - nicht nur für uns, sondern
auch als Zukunftsvorsorge für die Generationen, die nach uns kommen."

BfN-Präsidentin Beate Jessel: "Die enge Verzahnung von Natur- und
Kulturlandschaft, das heißt von naturnahen waldgeprägten Lebensräumen
sowie von natürlichen Fließgewässern und ihren bachbegleitenden Auen in
Verbindung mit wertvollen und reich strukturierten
Kulturlandschaftsbestandteilen wie Streuobstwiesen und Weinbergsbrachen
ist etwas Besonderes", ergänzte BfN-Präsidentin Beate Jessel.

Das Projekt trägt den Namen "Chance 7", weil sich hier sieben Gemeinden
rund um das Siebengebirge zusammengetan haben. Das Fördergebiet umfasst
acht Teilgebiete mit einer Gesamtfläche von 11.300 Hektar. Die
großflächigen Fördergebiete "Siebengebirge" und "Leuscheid" sind
bundesweit bedeutsame Buchenwälder. Im Bereich der rheinnahen Hänge des
Siebengebirges und des Ennert sollen Weinbergsbrachen erweitert und
miteinander vernetzt werden, um unter anderem Mauereidechse und Zippammer
zu schützen. Im Fördergebiet "Pleiser Hügelland" soll der Flächenumfang
von Obstwiesen substanziell erweitert werden. Auch die Regeneration von
Heidelandschaften steht auf der Liste der Projektziele, so etwa im
Fördergebiet "Oberhau/Eudenbach". Zur Stärkung der Populationen von zwei
seltenen, den Ameisenbläulingen zugehörenden Schmetterlingsarten, sollen
schließlich extensiv genutzte Wiesen erweitert und wieder verbunden
werden.

Die Vielfalt und der Wert dieser Landschaft zeigen sich an der Fülle
bedrohter Arten. So wurden im Fördergebiet insgesamt 970
Gefäßpflanzenarten und damit rund ein Drittel aller Farn- und
Blütenpflanzen Deutschlands nachgewiesen, von denen 200 Arten in
Nordrhein-Westfalen bereits als bestandsgefährdet gelten.

Die signalisierte Unterstützung des Projektes durch sechs Städte und
Gemeinden, durch die vor Ort aktiven Naturschutzverbände und -vereine
sowie durch Vertreter von Land- und Forstwirtschaft lassen erheblichen
Rückenwind für die erfolgreiche Umsetzung des Projektes erwarten,
erläuterte BfN-Präsidentin Jessel. "Ich gehe davon aus, dass die
bereitgestellten Fördermittel nicht nur Schwarzstorch, Gelbbauchunke und
Ameisenbläuling zu Gute kommen, sondern dass die gesamte Landschaft
langfristig erhalten und auch für die in ihr lebenden Menschen
aufgewertet wird".

Das bis 2025 projektierte Vorhaben umfasst ein Fördervolumen von rd. 14
Mio. Euro. Der Bund beteiligt sich mit 75%, das Land Nordrhein-Westfalen
mit 15% und der Projektträger mit 10% an den Kosten des Projektes. Ein
kleiner Teil des Fördergebietes umfasst auch die Stadt Bonn, die mit dem
Rhein-Sieg-Kreis als Träger eine entsprechende Verwaltungsvereinbarung
geschlossen hat und sich entsprechend ihres Anteils am Fördergebiet auch
finanziell am Projekt beteiligt.

Das Bundesförderprogramm "chance.natur" hat sich zum Ziel gesetzt, die
herausragenden repräsentativen Landschaften Deutschlands zu fördern und
zu sichern, wenn akute Gefährdungen vorliegen und weitere zentrale
Förderkriterien wie Großflächigkeit, Naturnähe, Repräsentanz und
Beispielhaftigkeit erfüllt werden.

Weitere Informationen zum Projekt: https://www.bfn.de/10496.html und
http://www.chance7.org/

Weitere Informationen zum Förderprogramm:
www.bfn.de/0203_grossprojekte.html

Diese Pressemitteilung finden Sie auch unter:
http://www.bfn.de/0401_pm.html?tx_ttnews%5Btt_news%5D=5417


Hrsg: Bundesamt für Naturschutz
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