Dienstag, 20. Januar 2015

BfN Pressemitteilung

BfN Pressemitteilung

Berlin/Bonn, 20.01.2015: Die zweite Phase des Naturschutzgroßprojektes
"Vogelsberg" ist zum Jahresbeginn 2015 angelaufen. Damit ist der Weg
frei, um die einzigartige Kulturlandschaft des Vogelsbergs mit ihrem
Reichtum an seltenen bzw. gefährdeten Arten und Lebensgemeinschaften zu
erhalten und soweit erforderlich zu optimieren. Das ambitionierte
Naturschutzprojekt wird vom Bund mit 6,7 Millionen Euro gefördert.

Der Vogelsberg umfasst das größte zusammenhängende Basaltmassiv
Mitteleuropas und repräsentiert eine Reihe von charakteristischen
Biotoptypen. Dies gilt insbesondere für die großflächig vorhandenen
Buchenmischwälder und Bergmähwiesen der Hochlagen in Kombination mit
Feuchtwiesen und Borstgrasrasen, die von bundesweiter Bedeutung sind. Ein
weiteres zentrales Ziel des Projekts ist die Sanierung und die
Wiedereinführung historischer Nutzungsformen der bundesweit bedeutsamen,
nährstoffarmen Vogelsbergteiche sowie die Erhaltung und Erweiterung des
einzigen in Hessen verbliebenen und noch regenerierungsfähigen
Hochmoores, der Breungeshainer Heide.

Für die Projektrealisierung wurden vom "Verein Natur- und Lebensraum
Vogelsberg e.V." rund zehn Millionen Euro beantragt, an denen sich der
Bund mit 6,7 Mio. Euro beteiligt. Weitere Mittel in Höhe von 2,5
Millionen Euro stellt das Land Hessen bereit.

"Ich freue mich, dass nach einer intensiven Planungsphase die
Voraussetzungen geschaffen sind, um den Verein Natur- und Lebensraum
Vogelsberg e. V. bei der Umsetzung von konkreten Maßnahmen zum Schutz der
Grünland-, Wald- und Gewässerlebensräume im hohen Vogelsberg zu
unterstützen. Dieses Projekt trägt zum Erhalt der biologischen Vielfalt
bei und eröffnet den am Projekt teilnehmenden Landwirten eine ökonomische
Perspektive für ihre extensive Landnutzung bzw. Landschaftspflege", sagte
Bundesumweltministerin Hendricks.

BfN-Präsidentin Beate Jessel: "Dieses Projekt stärkt den Erhalt dieser
einzigartigen biologischen Vielfalt und zeigt beispielhaft, wie
Einheimische, verschiedene Nutzergruppen und Erholungssuchende für die
biologische Vielfalt begeistert werden können."

Die Vielfalt und der Wert dieser Mittelgebirgslandschaft zeigen sich an
der Fülle bedrohter Arten und Pflanzengesellschaften. So wurden im
Fördergebiet insgesamt 724 Gefäßpflanzenarten nachgewiesen, davon gelten
62 Arten in Deutschland und 76 Arten in Hessen als bestandsgefährdet. Die
wertvollen Arten haben einen Schwerpunkt im extensiv bewirtschafteten
Grünland, das als Ziellebensraum des Naturschutzgroßprojektes besonders
hervorzuheben ist.

Der Startschuss für die lang erwartete Umsetzungsphase dieses
Naturschutzgroßprojektes ist auch ein wichtiger Schritt für die
landwirtschaftlichen Betriebe in der Region. Nur gemeinsam mit den
Betrieben und auf freiwilliger Basis wird es gelingen, die artenreichen
Grünlandgesellschaften der Bergmähwiesen langfristig zu erhalten.
BfN-Präsidentin Beate Jessel geht davon aus, dass die bereitgestellten
Fördermittel nicht nur Arnika und Raubwürgern zu Gute kommen, sondern die
gesamte Landschaft erhalten und aufgewertet wird. "Davon wird die ganze
Region und auch der Tourismus profitieren", erläuterte Jessel.

Der Bund beteiligt sich mit 65 Prozent, das Land mit 25 Prozent und der
Projektträger mit zehn Prozent an den Kosten des Projektes. Mit dem
Bundesförderprogramm "chance.natur" werden herausragende repräsentative
Landschaften in Deutschland gefördert. Seit 1979 wurden 77
naturschutzfachlich hochwertige Gebiete gesichert, dafür hat der Bund
mehr als 400 Millionen Euro investiert.

Das BfN auf Twitter: @BfN_de
Das BMUB auf Twitter: @bmub

Diese Pressemitteilung finden Sie auch unter:
http://www.bfn.de/0401_pm.html?tx_ttnews%5Btt_news%5D=5320


Hrsg: Bundesamt für Naturschutz
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