Dienstag, 16. Dezember 2014

Wie viele Tiere sollen hier noch sterben?

Hallo Manfred, dieser Aufruf wurde vor Kurzem auf Change.org gestartet. Wir dachten, Sie möchten sich vielleicht engagieren? 

Landrat Georg Huber: Stoppen Sie die Erweiterung des Schlacht- und Zerlegebetriebs in Ampfing!

Tabea Matt
Deutschland
Einer Bekanntmachung des Landratsamts Mühldorf vom 3.11.2014 zufolge plant die Firma VTE-Beteiligungs-GmbH & Co. KG eine massive Aufstockung seiner Schlacht- und Zerlegekapazitäten und Verlängerung der Betriebszeiten auf dem Grundstück mit der Flurnummer 1167 in Ampfing. Laut den Angaben sollen anstatt der bisher 304 t Lebendgewicht zukünftig 480 t täglich geschlachtet werden. Dies entspricht ca. 32.000 Puten pro Tag! 
Mit der Erweiterung des Schlachthofs rücken wir wieder weiter von der regionalen Landwirtschaft ab. Die Zahl der Schlachthöfe ist in den vergangenen Jahrzehnten drastisch zurückgegangen und konzentriert sich heute auf wenige Großbetriebe. Die vergleichsweise niedrigen Löhne in deutschen Schlachthöfen führen dazu, dass kleinbäuerliche Betriebe kaum noch eine Chance haben, sich an den Märkten zu behaupten. 
Die Gier nach mehr Rendite lässt die Moral schwinden und die Politik fördert die industrielle Massentierhaltung und –schlachtung. Wäre es nicht an der Zeit, die bäuerliche Kultur, die das Land Bayern geprägt hat, nicht nur auf Werbeplakaten, sondern real zu leben?
Die VTE-Beteiligungs-GmbH und Co. KG zählt zu den größten Schlacht- und Zerlegebetrieben in Bayern. Täglich sollen in Ampfing ca. 32.000 Puten geschlachtet werden, also rund 1.300 Puten pro Stunde. Wir Bürger werden beschwichtigt, dass der Ausbau nicht merkbar sein wird. Aber wollen wir wirklich den Verkehr von rund 32.000 Puten (sowie nach der Schlachtung von ihren Teilen) täglich auf unseren Straßen? 
Darüber hinaus besteht in Deutschland keine Notwendigkeit einer Erhöhung der Schlachtzahlen. Rund 37 Mio. Puten werden jährlich in Deutschland geschlachtet um den Konsum der Bevölkerung zu befriedigen, wovon aber jedes Jahr rund 10 Prozent im Müll landen. Hier ist eindeutig zu erkennen, dass die Nachfrage lange nicht so hoch ist wie das Angebot, was also eine Erweiterung der bestehenden Anlage vollkommen unsinnig macht.
Über Ethik und Tierhaltung kann man diskutieren. Massentierhaltung hat aber die natürliche Beziehung Mensch-Tier pervertiert. Toleranz ist unerlässlich, findet aber dort seine Grenze, wo das schwächste Glied sich nicht wehren kann. In Deutschland leben zur Zeit ca. 13,3 Mio. Puten in konventioneller Tierhaltung. Rund 88 Prozent der Tiere werden in Betrieben mit 10.000 und mehr Puten gehalten. Die Putenmast ist per se scharf zu kritisieren, findet sie doch im rechtsfreien Raum statt, wodurch die Tiere nichtmals vor den schlimmsten Misshandlungen geschützt werden können. Unerklärlich ist die Tatsache, dass weder auf EU- noch auf nationaler Bundesebene für Puten juristisch verbindliche Richtlinien bzw. Verordnungen existieren, abgesehen von den Allgemeinregelungen in §§3 und 4 und der Tierschutznutztierhaltungsverordnung. 
Dass diese Vorwürfe auch explizit die VTE-Beteiligungs-GmbH und Co. KG betreffen, wird daran deutlich, dass im Landkreis Dillingen in zwei Fällen gegen Putenmastbetriebe ermittelt wird, die den Schlachtbetrieb Ampfing beliefern. Filmaufnahmen der „Soko Tierschutz“ hatten gezeigt, welche Zustände auf den Höfen herrschten und mit welchen teils illegalen Methoden die Tiere dort getötet wurden. Daraufhin hatte die VTE-Beteiligungs-GmbH und Co. KG die Zusammenarbeit mit diesen Mastbetrieben vorläufig eingestellt, diese wurde aber bereits wieder aufgenommen. (http://www.sueddeutsche.de/bayern/film-ueber-mastbetriebe-tierquaelerei-in-schwaebischer-putenfarm-1.1960609 und http://www.soko-tierschutz.org/de/news/313-hubers-landhendl-verkauft-wieder.html)
Außerdem wurden bei Kontrollen der Tiertransporte auf dem Weg zum Schlachtbetrieb in Ampfing schwerwiegende Missstände festgestellt. Gemäß der aktuellen Rechtslage hat eine Pute mit einem Gewicht von 10kg ein „Anrecht“ auf eine Fläche von 0,1 Quadratmetern in einem Tiertransport. In den kontrollierten Tiertransporten hatte eine Pute jedoch nur knapp die Hälfte des erforderlichen Platzes zur Verfügung! Der Schlachtbetrieb in Ampfing bestätigte auch die Ankunft des Transporters, sah die Überladung jedoch als normal an, da die Transporter immer rund 3.000 Puten (anstatt der erlaubten 1.200) laden würden. (http://www.ovb-online.de/rosenheim/polizei-stoppt-gemeinen-puten-transport-392083.html)

Wir brauchen nicht noch mehr Fleisch, sondern dringend einen respektvollen Umgang mit der Natur und allen Lebewesen! Daher fordern wir Herrn Landrat Huber und Herrn Bürgermeister Wimmer auf, alles in ihrer Macht Stehende zu unternehmen, um die Erweiterung zu stoppen.
Bitte unterschreiben Sie die Petition und helfen Sie mit, die Erweiterung des Schlacht- und Zerlegebetriebs in Ampfing zu stoppen!
Tabea Matt

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen