Freitag, 19. September 2014

BfN Pressemitteilung

BfN Pressemitteilung

Prora, 19.09.2014: Biologische Vielfalt trägt wesentlich zu sauberem
Wasser, guter Luft und Nahrung bei und liefert Wirkstoffe für
Medikamente. Grund genug, um "den Reichtum der Natur als Lebensgrundlage
der Menschen für die Zukunft zu bewahren und für die nachfolgenden
Generationen zu sichern", sagte Umweltministerin Dr. Barbara Hendricks
heute beim Jugendkongress Biodiversität "Jugend|Zukunft|Vielfalt" im
Naturerbe-Zentrum RÜGEN (NEZR) in Prora. Bis Sonntag wollen die 16- bis
28-Jährigen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz Anregungen mit
konkreten Projektideen für Politik und Gesellschaft geben, sich mehr für
den Erhalt der biologischen Vielfalt einzusetzen und gemeinsam
Zukunftsideen zu entwickeln. Welche Projekte mit Mitteln der Deutschen
Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert werden, entscheiden die 160
Jugendlichen nach der Präsentation aller Ideen am Sonntag weitestgehend
selbst. Zum Jugendkongress hatten das Bundesumweltministerium (BMUB), das
Bundesamt für Naturschutz (BfN) und die DBU eingeladen.

Hendricks betonte, der Jugendkongress leiste einen wichtigen Beitrag zur
Umsetzung der Nationalen Biodiversitätsstrategie. Um die biologische
Vielfalt für die Zukunft zu sichern, sei nicht nur die Politik gefragt,
sondern auch die Gesellschaft. Gerade junge Menschen hätten viele gute
Ideen, die beim Kongress zusammen diskutiert und angestoßen werden
könnten. "Auch für das BfN hat das Engagement der Jugendlichen für den
Naturschutz einen sehr hohen Stellenwert. Der Kongress bietet ihnen die
Möglichkeit ihre Vorstellungen und Ideen zur biologischen Vielfalt direkt
in die politische Diskussion einfließen zu lassen", sagte BfN-Präsidentin
Prof. Dr. Beate Jessel. "Nicht umsonst wurde der Jugendkongress im April
2014 als offizielles Projekt der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige
Entwicklung" ausgezeichnet. Dies bestätigt uns in dem Ansatz, mit dem
Kongress das Bewusstsein für nachhaltiges Handeln voranzubringen."

Die Biodiversität zu erhalten, sei eine globale Aufgabe, gehandelt werden
könne aber auch auf lokaler Ebene, ergänzte DBU-Generalsekretär Dr.
Heinrich Bottermann und verwies darauf, dass jeder mit seinem Verhalten
Einfluss auf die biologische Vielfalt nehme. Wer zum Beispiel beim
Einkauf auf umweltverträgliche regionale und saisonale Produkte setze,
tue der Umwelt und damit zuletzt sich selbst etwas Gutes.

Nach einem Gang über den "Markt der Vielfalt", bei dem Jugendliche ihre
Projekte präsentierten, stellte sich Hendricks gemeinsam mit Jessel und
Bottermann während einer Podiumsdiskussion den kritischen Fragen der
Jugendlichen. Im Anschluss überreichte Hendricks dem Nachwuchsfilmemacher
und Umweltschützer Simon Straetker für seinen Kurzfilm H2OCHSCHWARZWALD
die Auszeichnung zum UN-Dekade-Projekt Biologische Vielfalt.

"Bis Sonntag entwickeln die Teilnehmer in acht Arbeitskreisen, zum
Beispiel zu 'Konsum und biologische Vielfalt', 'Global denken - lokal
handeln', 'Politische Partizipation', 'Biologische Vielfalt in der Stadt
fördern' oder 'Wildnis in Deutschland?!' Ideen und Konzepte, die sie in
Zukunft weiter verfolgen und ausarbeiten", sagte Martin Schulte,
DBU-Projektleiter des Jugendkongresses. Bei Exkursionen zum Nationalpark
Jasmund, dem Biosphärenreservat Südost-Rügen, zur Insel Vilm oder
Naturschutzaktionen auf den Feuersteinfeldern in der Naturerbefläche
Prora, lernten die Jugendlichen verschiedene Ökosysteme sowie die Tier-
und Pflanzenwelt auf und um Rügen hautnah kennen und könnten ihr Wissen
vertiefen. Schulte: "Für eine erfolgreiche Umsetzung ihrer Projekte
bekommen die Teilnehmer während des Kongresses wichtige Impulse für
Finanzierungsmöglichkeiten oder Öffentlichkeitsarbeit." Die Ideen sollten
im Dialog mit Fachexperten von DBU und BfN und finanzieller Unterstützung
der Stiftung in die Praxis umgesetzt werden.

Ende 2010 hatten die Vereinten Nationen (United Nations, UN) die
UN-Dekade zur biologischen Vielfalt ausgerufen. Der Jugendkongress - ein
Kooperationsprojekt von BfN und DBU - soll helfen, die Nationale
Strategie zur biologischen Vielfalt umzusetzen und stellt ein eigenes
Forum zur Biodiversität nur für junge Menschen dar. Bereits 2011 haben
sich 200 engagierte Jugendliche ein Wochenende lang in Osnabrück mit der
biologischen Vielfalt in der Welt beschäftigt.

Fotos nach IPTC-Standard zur kostenfreien Veröffentlichung unter
www.dbu.de

Diese Pressemitteilung finden Sie auch unter:
http://www.bfn.de/0401_pm.html?tx_ttnews%5Btt_news%5D=5147


Hrsg: Bundesamt für Naturschutz
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